Da ich im täglichen Geschehen immer wieder feststellen muss, dass Vermieter und Verkäufer nicht genügend über den Energieausweis aufgeklärt sind, möchte ich hier darauf eingehen.

Der Energiepass ist seit 1. Januar 2009 für alle Wohngebäude und seit 1. Juli 2009 auch für alle Nichtwohngebäude gesetzliche Pflicht.

Wer sein Haus verkauft oder vermietet, muss ihn dem Interessenten zugänglich machen. Ausgenommen hiervon sind Gebäude mit nicht mehr als 50 m² Fläche und Baudenkmäler (§ 16 Abs. 4 EnEV). Für selbstgenutzte Immobilien besteht ebenfalls keine Ausweis-Pflicht – zumindest solange diese nicht verkauft oder vermietet werden sollen

Auf Grundlage der Energieeinsparverordnung EnEV 2009 liefert der Energieausweis / Energiepass Daten über die Energiebilanz eines Gebäudes und ist damit ein einheitliches energetisches Qualitätssiegel für Wohn- und Nichtwohngebäude. Mieter und Käufer können so abschätzen, wie hoch in etwa die zu erwartenden Heiz- und Warmwasserkosten einer Immobilie sein werden.

Eigentümern, die bei einer Vermietung oder einem Verkauf keinen Energieausweis vorlegen können, droht ein Bußgeld. Übrigens: Für Neubauten ist der Ausweis bereits seit 2002 Pflicht.

Eigentümer von Wohngebäuden, die bis 1965 errichtet wurden, mussten sich spätestens im Juli 2008 einen Energiepass zulegen, sofern die Immobilie neu vermietet oder verkauft werden sollte. Für neuere Gebäude ist der Energieausweis seit Januar 2009 Pflicht. Für Nichtwohngebäude (zum Beispiel Büro- und Verwaltungsgebäude) lautete die Frist 1. Juli 2009.

Bei Verkauf oder Vermietung einer Eigentumswohnung trifft die Pflicht den vermietungs- bzw. verkaufswilligen Wohnungseigentümer. Der Wohnungseigentümer hat gegen die Eigentümergemeinschaft dann einen Anspruch auf rechtzeitige Bereitstellung des Ausweises. Auch die Kosten sind von der Eigentümergemeinschaft zu tragen.

Energieausweise werden für zehn Jahre ausgestellt. Vermieter oder Verkäufer erfüllen daher ihre gesetzliche Pflicht, solange der Ausweis nicht älter als zehn Jahre (gerechnet ab Ausstellungstag) ist. Wurde ein Ausweis erstellt, muss regelmäßig auch bei (wesentlichen) Änderungen am Gebäude kein neuer Ausweis gefertigt werden (Ausnahme: das gesamte Gebäude wird neu gerechnet).